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Holzpellets (Pellets)

Holzpellets gehören zur Kategorie der Biobrennstoffe. Beim regenerativen Energieträger Holzpellets wird zwischen Industriepellets und Pellets für nicht industrielle Verwendung unterschieden. Industriepellets sind Pellets meist niedriger Qualität, die zur Verbrennung in industriellen Heizanlagen und Kraftwerken als alternativer Brennstoff zu z.B. HeizölErdgas und Kohle eingesetzt werden, um Wärme und/oder Strom zu erzeugen. Industriepellets müssen nicht ausschließlich aus naturbelassenem Holz hergestellt werden.

Die folgende Beschreibung bezieht sich auf Holzpellets zur Verwendung in Kleinfeuerungsstätten, also dem Einsatz von Pellets in nichtindustriellen Anlagen. Diese genormten zylindrischen Presslinge, die ausschließlich aus getrocknetem, naturbelassenem Holz wie z.B. Sägemehl oder Hobelspänen hergestellt werden, üblicherweise bis zu 45 mm lang sind und einen Durchmesser von meist 6 mm haben, werden im Allgemeinen gemäß der europäischen Norm ISO 17225-2 produziert, die im Jahr 2014 die vorige europäische Norm EN 14961-2 ablöste. Die ISO 17225-2 schreibt vor, dass Pellets bei ihrer Herstellung ohne den Zusatz von chemischen Bindemitteln gepresst werden müssen, sodass sie reine Bioenergie darstellen. Das Verkleben der Holzfasern von Holzpellets wird dabei in erster Linie durch das holzeigene Lignin als natürlichem Klebstoff bewirkt. 

Angelehnt an die europäische Norm haben sich zwei Zertifizierungssysteme auf dem europäischen Markt durchgesetzt – ENplus und DINplus. ENplus unterteilt die Qualität von Pellets in drei Klassen: A1, A2 und B. A1 stellt die höchste Holzpellet-Qualitätsklasse dar. DINplus entspricht der Klasse A1. Für einen störungsfreien und effizienten Betrieb einer Pelletheizung ist eine hohe Brennstoffqualität eine wichtige Voraussetzung. Somit sind auch eine Vielzahl an Produkteigenschaften in der Norm und damit auch den angelehnten Zertifizierungsprogrammen festgeschrieben. 

Eine wichtige Produkteigenschaft ist der Heizwert. Bei Qualitäts-Holzpellets liegt dieser bei rund 5 kWh/kg, das heißt, in 2 kg Pellets steckt ungefähr so viel Energie wie in einem Liter Heizöl. Aufgrund ihrer Kompaktheit und hohen Energiedichte von ca. 650 kg/m³ benötigen Holzpellets nur wenig Lagerraum im Vergleich zu anderen Holzbrennstoffen wie z.B. Holzscheite oder Stückholz. Das ist einer der Gründe, warum Holzpellets als alternativer Energieträger zu Heizöl und Erdgas bekannter wurden und weltweit in vielen Ländern beim Heizen zum Einsatz kommen. 

Pellets sind als lose Ware, Sackware und in Big Bags erhältlich. Lose Holzpellets-Ware findet ihren Einsatz in Pellet-Zentralheizungen (d.h. Pellet-Kesseln und teils auch Pellet-Öfen mit automatischer Bestückung). Die Anlieferung loser Pellets erfolgt meist im Pellet-Silotankwagen, um so die Ware vor Ort über einen Schlauch direkt in den Pellet-Lagerraum (Schrägbodenlager, Sacksilo, Metallsilo, Erdtank o.ä.) einzublasen. Für größere städtische und kommunale Verbraucher werden Pellets teils auch per Schubboden-LKW angeliefert. Holzpellets-Sackware findet vorwiegend ihren Einsatz in Pellet-Kaminöfen (Einzelraum-Feuerungen) und weiteren Anwendungen wie Pellet-Grills. Als Standardgröße werden 15-kg-Säcke gehandelt. Eine Bereitstellung erfolgt meist als Palettenware. Big-Bags sind die seltenste Form der Bereitstellung von Pellets – auf dem Markt verfügbar sind meist 500-kg- bis 1.000-kg-Big-Bags.

Biokraftstoffe bzw. Biobrennstoffe werden über die Mabanaft Gruppe und ihre Tochtergesellschaften gehandelt:

Einige Retail-Gesellschaften der Petronord Gruppe bieten neben Mineralölprodukten ebenfalls Biobrennstoffe wie Pellets in ihrem Sortiment an.

Stand: Februar 2016
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