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Petroleum (Englisch auch: Kerosene / Kerosine)

Der Begriff „Petroleum" bezeichnet ein flüssiges Gemisch von Kohlenwasserstoffen, dessen leichterer Anteil durch die Zugabe bestimmter Additive hauptsächlich zu Kerosin weiterverarbeitet wird. Ohne diese Zusätze, die die chemischen Eigenschaften verändern, wird und wurde Petroleum als Brennstoff für Petroleumlampen verwendet. Seine Blüte hatte der Lampenbrennstoff ab 1870 bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammt auch der Beiname „Leuchtöl“. Nach der Verbreitung der elektrischen Glühbirne ist die Verwendung von Petroleum in Lampen in industrialisierten Ländern nicht mehr üblich. Gleichwohl sind Petroleumlampen in ländlichen Regionen wenig industrialisierter Länder auch heute noch oft die einzige verfügbare Lichtquelle.

Bestimmte Petroleum-Varianten mit besonders geringem Schwefelanteil werden darüber hinaus für Heizanlagen in Haushalten – z.B. in Großbritannien – und für verschiedene industrielle Prozesse verwendet. Gemäß des UK 2011 Census nutzten über 1 Million Haushalte Petroleum als Hauptenergiequelle für das Heizen; dies sind rund 4,3% aller Haushalte der UK. Die britische Norm BS EN 2869:2010 Class C2 („Fuel oils for agricultural, domestic and industrial engines and boilers“) regelt die Anforderungen an die Brennstoffqualität. Das Petroleum (Kerosin für Heizzwecke) ist in Großbritannien mit einem speziellen chemischen Marker zu kennzeichnen, ähnlich wie in Deutschland das Heizöl, um eine illegale Verwendung des steuerbegünstigten Produkts nachweisbar zu machen.

Weitere Verwendung findet Petroleum als Reinigungsmittel, da es Fette und Schmutz gut von Metalloberflächen löst, und als Treibstoffbestandteil für Modellflugzeuge mit Dieselmotoren und Strahltriebwerken. Bevor Dieselkraftstoff als Winterware frühzeitig und ausreichend verfügbar war, wurde Petroleum oft auch Dieselkraftstoff beigemischt: Es verbessert die Fließeigenschaften von Diesel bei niedrigen Temperaturen. Heute ist diese Methode, die häufig bei Traktoren in der Landwirtschaft angewendet wurde, längst nicht mehr nötig, sie kann vielmehr den modernen Dieselmotoren schaden. 

Petroleum wird aus Rohöl mittels der fraktionierten Destillation hergestellt. Wie Kerosin handelt es sich bei dem Brennstoff um ein sogenanntes Mitteldestillat. Die Kettenlängen der Kohlenwasserstoffmoleküle bewegen sich zwischen 10 und 16, wobei der Hauptanteil im Vergleich zum verwandten Kerosin aus den schweren Kohlenwasserstoffmolekülen besteht. Damit weist der farblose Brennstoff eine durchschnittliche Dichte um etwa 0,8 g/cm3 auf, die oberhalb von vielen Kerosinen liegt und Petroleum etwas dickflüssiger als die mit Additiven veredelten Flugkraftstoffe macht. Das Kohlenwasserstoffgemisch ist damit weniger leicht entzündlich als Benzin oder viele Kerosine und siedet zwischen 175°C und 325°C. Die auf die Masse bezogene Energiedichte für Petroleum beträgt 43,1 MJ/kg. Für den Einsatz in Lampen sollte Petroleum möglichst wenige aromatische Verbindungen aufweisen, da diese maßgeblich dazu führen, dass sich Ruß bildet.

Die Verwendung des Begriffs „Petroleum" ist mehrdeutig: So bezeichnet das Wort „Petroleum“ in englischsprachigen Artikeln oder Büchern im Allgemeinen Mineralöl oder Erdöl (vgl. auch englischen Glossarartikel „Petroleum & Petroleum Products“). Im Englischen wird das deutsche Petroleum als Kerosene bzw. Kerosine (amerikanisches Englisch) oder auch Paraffine Oil (britisches Englisch) bezeichnet. Der deutsche Begriff „Kerosin“ wird im Englischen im Allgemeinen mit dem Zusatz „Jet“ gekennzeichnet und bezieht sich hauptsächlich auf Flugkraftstoff. Auch in der Fachliteratur kommen so immer wieder Übersetzungsfehler vor. Der Name Petroleum setzt sich aus den lateinischen Bezeichnungen „petra“ für Stein und „oleum“ für Öl zusammen und soll auf eine Beobachtung der alten Römer in Ägypten zurückgehen, die in einem Gebirgszug am Golf von Suez Erdöl aus den Felsen austreten sahen. Die wirtschaftliche Bedeutung von nicht zu Kerosin oder anderen Produkten weiterverarbeitetem Petroleum ist nur gering und nimmt immer weiter ab.

Der Begriff „Kerosene“ kann geschichtlich betrachtet auf den kanadischen Arzt, Physiker und Geologen Abraham Gesner zurückgeführt werden. Er produzierte 1846 in Neuschottland (Kanada) aus Kohle eine leicht entflammbare Flüssigkeit. Da bei der Synthese ein wachsartiges Zwischenprodukt entsteht, nannte Gesner die Flüssigkeit nach dem griechischen Wort „keros“ für Wachs Kerosene. Dabei handelte es sich um Petroleum.

Dieses Produkt als Brennstoff zum Heizen wird über die Mabanaft Gruppe, insbesondere Mabanaft Trading Gesellschaften in der UK, vertrieben.

Stand: Dezember 2016
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