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Nachhaltige Forstwirtschaft

Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet, den Wald auf eine Art und Weise und in einem Maß zu nutzen, dass seine Artenvielfalt, Produktivität, seine natürliche Reproduktionsfähigkeit und sein „Gesundheitszustand“ langfristig erhalten bleiben. Dabei wird nur so viel Holz genutzt, wie dauerhaft nachwächst. Ziel ist es, den nachfolgenden Generationen mindestens vergleichbare, wenn nicht gar bessere Waldbestände und Nutzungsmöglichkeiten hinterlassen zu können.

Der Grundsatz der Nachhaltigkeit ist in vielen europäischen Ländern gesetzlich verankert und findet sich in den sogenannten Wald- oder Forstgesetzen wieder. Beispiele: In Deutschland verpflichtet das Bundeswaldgesetz (BWaldG, §11) zu einer solchen Bewirtschaftungsform; weitere Einzelheiten zur ordnungsgemäßen und nachhaltigen Bewirtschaftung regeln die jeweiligen Landesgesetze (z.B. BayWaldG). In Österreich wiederum setzt das Österreichische Forstgesetz (§1) Nachhaltigkeit voraus und in der Schweiz schreibt das Schweizer Waldgesetz eine nachhaltige Forstwirtschaft vor. 

Neben den Forstgesetzen gibt es seit Mitte der 1990er-Jahre Organisationen für Forstzertifizierungen, die Siegel wie zum Beispiel das FSC-Siegel (FSC = Forest Stewardship Council) oder das PEFC-Siegel (PEFC = Programme for the Endorsement of Forest Certification) für Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft vergeben. Forstwirtschaftsunternehmen und in der Wertschöpfungskette den Rohstoff weiterverarbeitende sowie das Produkt vertreibende Unternehmen können so unter dem Aspekt der nachhaltigen Waldnutzung für ihre Holzprodukte bzw. Holzabfallprodukte international geprüft und zertifiziert werden. Ziel dieser Siegel ist es, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Endprodukt bis hin zum Forstbetrieb und Wald zu gewährleisten und illegalen Holzeinschlag zu unterbinden. Deshalb muss auch jedes verarbeitende Unternehmen in der Wertschöpfungskette zertifiziert sein, damit das Endprodukt diese Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft tragen darf.

Im Bereich der Holzbrennstoffe, die in Europa hergestellt werden, gewährleistet bereits die Gesetzgebung in vielen Ländern, dass Produkte wie Holzpellets mit Rohstoffen aus nachhaltiger Forstwirtschaft produziert werden. Zwar ist ein Großteil des verarbeiteten Rohstoffes Holz in Europa bereits zertifiziertes Holz mit PEFC- und/oder FSC-Siegel; allerdings hat es sich angesichts des erheblichen Aufwands in Bezug auf die Dokumentation und aufgrund der Kosten für die Zertifizierungsumsetzung noch nicht durchgesetzt, dass Biobrennstoffe von den Produzenten generell mit einem Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft angeboten werden. Und gerade infolge der gesetzlichen Verankerung nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa wurde bisher auch keine Notwendigkeit für ein flächendeckendes PEFC- und/oder FSC-Siegel für Pellets und Briketts aus Europa gesehen.

Für nachhaltige Forstwirtschaft setzt sich auch die Initiative Pro Klima ein, welche unter anderem Klimaforschungs- und Klimaschutzprojekte in Deutschland initiiert und finanziert, wie z.B. gemeinschaftliche Aufforstungsaktionen in Zusammenarbeit mit den Landesforsten und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. Mehrere mittelständische Unternehmen, die der Initiative Pro Klima angehören, wie auch einige Gesellschaften der Petronord, vertreiben biogene Festbrennstoffe (Biobrennstoffe).

Stand: Dezember 2015
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